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Mapping of Wadden Sea National Park of Lower Saxony finished


Lebensräume im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer Präsentation der Ergebnisse der aktuellen Kartierung


Klassische Forschung im Wattenmeer digital umgesetzt
Nationalparkverwaltung präsentiert die neuesten Ergebnisse der vegetationskundlichen Kartierung

In den Jahren 2004 bis 2006 wurden zum dritten Mal die Pflanzengesellschaften der Salzwiesen, Strände und Dünen im Nationalpark "Niedersächsisches Wattenmeer" flächendeckend erfasst. Jetzt stellte die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven zusammen mit dem Bearbeiter, Dr. Jörg Petersen von der Firma nature-consult, die Ergebnisse vor, die eine wesentliche Grundlage für den zielgerichteten Schutz der Pflanzenwelt liefern. Davon profitieren auch die Na­tionalpark-Häuser, die regionalen Naturschutzbehörden und die im Wattenmeer tätigen Forschungseinrichtungen und Landschaftsplanungsbüros, die anlässlich der Veröffentlichung in die Nutzung der Daten eingeführt wurden. Aber auch andere Interessierte können in Kürze online auf die Daten zugreifen.

Um festzustellen, inwieweit sich Lebensräume verändern und der Schutzzweck des Nationalparks erfüllt wird, werden solche Kartierungen in regelmäßigen Abständen wiederholt. 1991 war die erste vollständige Bestandsaufnahme der Lebensräume des Küstenvorlandes und der Ostfriesischen Inseln durchgeführt worden, die zweite erfolgte 1997. Bei der jetzigen Erfassung wurde die klassische Geländearbeit mit modernster digitaler Technik verbunden.

Solche Inventarisierungen werden in der Regel auf der Grundlage von Farb-Infrarot-Luftbildern durchgeführt. Aus den so genannten Falschfarben-Luftbildern kann man die räumliche Verteilung und den Flächenanteil der Lebensräume ana­lysieren und im Vergleich mit vorangegangenen Kartierungen Veränderungen feststellen.

Neben den eigenen Untersuchungsergebnissen liegen der Nationalparkverwaltung weitere detaillierte historische und aktuelle vegetationskundliche Arbeiten vor, die qualitative und quantitative Analysen zum Zustand der wichtigsten Le­bensräume im Nationalpark ermöglichen.

Salzwiesen: gewachsen - Dünen: gefährdet

Peter Südbeck, Norbert Hecker (beide Nationalparkverwaltung) und Dr. Jörg Petersen (nature consult - Bildmitte) stellten die neuesten Ergebnisse der Vegetationskartierung vor.
Foto:
Peter Südbeck, Norbert Hecker (beide Nationalparkverwaltung) und Dr. Jörg Petersen (nature consult - Bildmitte) stellten die neuesten Ergebnisse der Vegetationskartierung vor.


Quelle:
Nationalpark Nds. Wattenmeer

 

 












Positiv fällt die Bilanz für die Salzwiesen aus: Ihre Fläche hat im Gesamtgebiet seit 1991 um ca. 250 ha zugenommen. Für die Inseldünen ergibt sich jedoch eine qualitative Verschlech­terung: In den letzten Jahrzehnten, d.h. bereits vor Gründung des Nationalparks, wurde die Dynamik dieser Lebensräume stark eingeschränkt. Der Vergleich historischer und aktueller Vegetationskarten gibt deutliche Signale. Die krautige Vege­tation der Graudünen wird zunehmend von Gebüschen sowie Bewaldungsstadien oder Krähenbeerenheiden verdrängt. Die konkurrenzschwachen, z.T. hochgradig gefährdeten Pionier­pflanzen der Dünentäler leiden besonders stark unter der feh­lenden Dynamik. Ursachen sind z. B. die Festlegung von Dünen oder Grundwasserabsenkungen. Auf Grundlage der Kartierung können also geeignete Maßnahmen zum Erhalt bzw. zur Verbes­serung schützenswerter Lebensräume erarbeitet werden.