Joomla TemplatesWeb HostingWeb Hosting
Startseite News Archive Monitoring permanent plots at Wadden Sea National Park Lower Saxony
German (DE-CH-AT) English (United Kingdom)

Who is online

 1 guest online
Monitoring permanent plots at Wadden Sea National Park Lower Saxony


Das Monitoring vegetationskundlicher Dauerflächen ("DF") ist das geeignete Werkzeug, um verlässliche Aussagen über Veränderungen von Lebensräumen mit deren Flora und Vegetation zu erlangen. 2006 wurden zwei von der Niedersächsischen Wattenmeer-Stiftung finanzierte Projekte erfolgreich abgeschlossen, welche die Grundlage für ein zukünftiges zielgerichtetes vegetationskundliches Dauerflächen-Monitoring bilden.

Das erste dieser Projekte, das sich mit den Dauerflächen auf den Ostfriesischen Inseln befasst, wurde von Dr. Jörg Petersen (nature-consult) bearbeitet. Das zweite Projekt erstreckt sich auf das Küstenvorland und wurde ergänzend zum ersten Teilprojekt von Frau Sabine Arens (PlantaGIS) bearbeitet.

Dauerflächen auf Langeoog


Ein Schwerpunkt dieser beiden Projekte war es, das über verschiedene Institutionen und Personen verteilte und teilweise schwer zugängliche Wissen über bereits vorhandene DF zu sichern und nutzbar zu machen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen stehen der Nationalparkverwaltung Nds. Wattenmeer zur naturschutzfachlichen Planung und Steuerung von Pflegemaßnahmen zur Verfügung.

Außerdem können die Daten im Rahmen von Überwachungsprogrammen (TMAP, FFH, WRRL) und deren z.T. rechtlichen Verpflichtungen angewendet werden. Zusätzlich kann mit dem Wissen über die langzeitige Entwicklung von Flächen die Forschung auf ungeklärte Fragestellungen gelenkt werden. Die Monitoring-Daten ermöglichen es, Forschungsarbeiten wie z.B. Semester-, Diplom- und Doktorarbeiten in diese Richtung zu konzentrieren.

Die Auswahl der DF richtete sich überwiegend nach den folgenden Kriterien:

  • Repräsentative Erfassung der typischen Biotope / Vegetationseinheiten aller Lebensräume im Nationalpark
  • Dokumentation weitgehend natürlicher Sukzession in Flächen mit naturnaher Morphologie bzw. vom Menschen veränderten Morphologie (Grüppen, Lahnungen)
  • Dokumentation landwirtschaftlicher Extensivierungsmaßnahmen, der Einstellung bzw. Wiederaufnahme der Nutzung
  • Dokumentation von Renatierungsmaßnahmen wie der Öffnung von Sommerpoldern, der Reduktion der Flächenentwässerung durch Verschließen von Gräben sowie weitere Vernässungsmaßnahmen
  • Dokumentation der Auswirkungen bzw. Erfolgskontrolle von Pflegemaßnahmen
  • Berücksichtigung naturschutzfachlich wertvoller Bestände sowie bedeutsamer FFH-Lebensraumtypen
  • Verwendbarkeit bei Vegetationskartierungen im Rahmen des TMAP (Trilateral Monitoring and Assessment Program) und der FFH-Berichtspflicht
  • Erfassung und Sicherung bereits vorhandener z.T. "historischer" Dauerflächen
  • Wiederauffindbarkeit bereits bestehender Dauerflächen
  • Neuanlage möglichst in Gebieten, über die bereits detaillierte flächige Vegetationserfassungen und andere Informationen vorliegen.

Es wurden Vorschläge für ein Konzept zum langfristigen vegetationskundlichen Monitoring von DF unter verschiedenen Gesichtspunkten erarbeitet. Diese können als Basis für zukünftige DF-Untersuchungen bzw. Fortführung bestehender Untersuchungen im NLP dienen.

Der Schwerpunkt beider Projekte lag in der Aufarbeitung und Eingabe historischer und aktueller Daten mit eindeutigem Lagebezug in die Datenbank Turboveg. Ein großer Teil der DF wurde in 2004 bzw. 2005 erneut erfasst und einheitlich mit Dauermagneten versehen. In enger Absprache mit der Nationalparkverwaltung "Niedersächsisches Wattenmeer" wurden neue DF angelegt.

Weitere Daten von Nachfolgeprojekten (Sahlenburger Außendeichs-Salzwiesen, Dünentäler Borkum, Orchideengrünland und Borstgrasrasen der Ostfriesischen Inseln) sind bereits Ende 2006 im Auftrag der Nationalparkverwaltung in die Datenbank Turboveg eingegangen.

Über die Datenbank können neben den eigentlichen Vegetationsaufnahmen weitere Rahmenparameter wie Vegetationstyp (FFH-Lebensraumtyp, TMAP-Typ), Lage der Aufnahmefläche im Gebiet (Gemeinde, Insel, Messtischblatt, Quadrant, Minutenfeld, Koordinaten), Nutzung, Jahr, Autor und ökologische Zeigerwerte abgefragt werden.

Die ältesten DF im Küstenvorland liegen im Jadebusen und stammen aus dem Jahr 1982.

Zum gesamten Küstenvorland liegen 3939 Vegetationsaufnahmen vor. Dauerhaft mit Magneten vermarkt und mit einem GPS eingemessen sind dort 592 Flächen.

Beispiel einer historischen Dauerfläche auf der Insel Juist von Dr. F. Runge


Die ältesten nutzbaren DF der Inseln stammen von Dr. F. Runge, der von 1951 bis 1999 über 500 DF auf den Ostfriesischen Inseln erfasst hat. Als historische Daten sind auch die 825 DF von Dr. P Wiemann zur Insel Spiekeroog zu nennen.

In der Datenbank liegen jetzt 1336 historische vegetationskundliche DF mit Lagebezug vor.

Für die Ostfriesischen Inseln liegt (Stand Dezember 2006) ein einheitlicher Datenbestand von 2.067 Vegetationsaufnahmen mit Lagebezug vor. Von diesen sind 374 DF mit Magneten dauerhaft gesichert.

Die DF-Anzahl und die Aufnahmefrequenz richtet sich im Wesentlichen nach den zu erwartenden Vegetationsveränderungen, den Veränderungsmöglichkeiten des Lebensraums und der Arten sowie den vorhandenen Geldmitteln. Wünschenswert sind für viele DF jährliche Untersuchungen, insbesondere in Flächen mit hoher Dynamik (Pioniergesellschaften, Flächen mit Änderung von Rahmenparametern wie Nutzungsextensivierung, Begrüppung etc.). Hingegen können andere DF seltener untersucht werden, insbesondere wenn es um die Dokumentation von langjährigen Trends geht, in denen nicht die Fluktuation einzelner, meist annueller Arten wichtig ist. Für ein allgemeines Monitoring wurden in tabellarischer Form Vorschläge für eine minimale Aufnahmefrequenz der DF abgegeben.

Als optimale DF-Anzahl pro Vegetationstyp gilt, dass möglichst viele DF wünschenswert sind. Die DF-Anzahl sollte sich an der Homogenität der insgesamt vorkommenden Vegetationstypen orientieren. Je gleichmäßiger der Bestand im Untersuchungsgebiet auftritt, desto eher wird eine kleine Stichprobe die Gesamtheit repräsentieren und um so weniger DF sind notwendig. Als Richtwert sollte angestrebt werden, dass pro Vegetationstyp mindestens zwei bis drei DF vorliegen sollten. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass Vegetationstypen insel- bzw. gebietsweise, je nach Standortbedingungen wie beispielsweise Vorhandensein von Kaninchen oder Intensität des Kalkgehaltes im Boden, unterschiedlich ausgebildet sein können.

Zeitreihen sollten nicht vor einem Beobachtungszeitraum von 8 Jahren beendet werden.

Bei Erfolgskontrollen und Frühwarnsystemen (Biomonitoring) sollte der Beobachtungsrhythmus sehr fein gewählt werden, damit z.B. eine erneute Maßnahme bzw. eine Frühwarnung überhaupt noch möglich ist, bevor die Ziel-Arten/Vegetation bereits verschwunden ist. Das Monitoring von Artenschutzmaßnahmen in feuchten Dünentälern sollte – wenn möglich – jährlich durchgeführt werden. Das zeigen die Ergebnisse der Erfolgskontrollen hochgradig schutzwürdiger Arten auf Borkum.

Im Rahmen der beiden Wattenmeer-Stiftungs-Projekte konnten nur Daten über DF/Vegetationsaufnahmen erfasst und in die Datenbank überführt, aber nicht ausgewertet werden. Die Datenauswertung erfolgt bzw. erfolgte über andere Projekte.

Quelle: Nationalpark Nds. Wattenmeer